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Das Los eines Vergessenen! Luise von Fischer (aus dem Tierschutzkalender 1912)

Daheim wohl keiner gerne bleiben mag,
lacht hell der Sonnenschein am Sommertag,
und wer nur fort kann, flieht das dumpfe Haus,
zieht frohen Mut´s in die Natur hinaus.

So tat es auch ein junges Ehepaar,
das morgens früh schon aufgebrochen war.
Es streifte plaudernd durch den saft´gen Hain
und wand zum Strauß manch buntes Blümelein.

Lag ruhend sanft im Moos am Waldesrand,
wo es Erquickung vor der Hitze fand.
Doch ach! Daheim ihr armes Vögelein,
dies leidet unter dessen Höllenpein.

In Sonnenglut sein enges Bauer hängt,
des kleinen Tierchens keiner heut`gedenkt,
das ängstlich in sein Futternäpfchen blickt,
sein letztes Körnchen ist längst aufgepickt.

Kein Tropfen Wasser löscht den Durst ihm mehr,
vergeblich sucht es danach hin und her,
bis es ermattet in die Ecke flieht
und traurig in die grelle Blendung sieht.

Da, bei der ersten Sterne gold´nem Schein,
kehrt frisch und froh das junge Pärchen heim,
stürzt müd`und hungrig übers Abendbrot.
Im Käfig lag der kleine Sänger -- -- -- tot!

Aus der Informationsbroschüre von SV und VDH

12 goldene Regeln für die Hundehaltung:

Behandle einen Hund so, wie du selbst behandelt werden möchtest!

Ein Hund kann noch so lieb aussehen-gehe nicht (ohne den Besitzer zu fragen) zu ihm hin!

Vermeide alles, was ein Hund als Bedrohung auffassen könnte!

Schau einem Hund nicht starr in die Augen!

Komme nicht in die Schwanznähe, versuche nicht daran zu ziehen und trete nicht darauf!

Störe keinen Hund beim Fressen. Versuche nicht ihm sein Futter weg zu nehmen!

Wenn du mit einem Hund spielst, achte darauf, den Zähnen nicht zu nahe zu kommen!

Versuche niemals raufende Hunde zu trennen!

Egal, ob du Angst hast oder nicht, laufe nie-unter gar keinen Umständen- vor einem Hund davon!

Du hast zwei Hände. Der Hund hat nur seine Zähne, um etwas fest zu halten!

Wenn ein Kind mit einem Hund spielt, sollte immer ein Erwachsener in der Nähe sein!

Kein Hund ist wie der andere!

Alle Geschöpfe der Erde

Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir.

Alle Geschöpfe der Erde streben nach Glück wie wir.

Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie wir.

Also sind sie uns gleichgestellte Werke des allmächtigen Schöpfers.

Franz von Assisi

 

Man kann in die Tiere nichts hinein prügeln,

aber man kann manches aus ihnen heraus streicheln.

Astrid Lindgren

Der alte Kettenhund!

Ich bin allein, es ist schon Nacht
und stille wird´s im Haus.
Dort ist ein Feuer angefacht,
dort ruht mein Herr sich aus.

Er liegt im warmen Federbett,
deckt bis ans Ohr sich zu,
und ich auf meinem harten Brett
bewache seine Ruh.

Die Nacht ist kalt, ich schlafe nicht,
der Wind aus Ost weht kalt;
die Kälte ins Gebein mir kriecht,
ich bin ja auch schon alt.

Die Hütte, die mein Herr versprach,
erlebe ich nicht mehr.
Der Regen tropft durchs morsche Dach,
Stroh gab´s schon lang nicht mehr.

Die Nacht ist kalt, der Hunger quält,
mein Winseln niemand hört.
Und wüsst mein Herr auch, was mir fehlt,
er wird nicht gern gestört.

Die Nacht ist lang, zum zehnten Mal
leck ich die Schüssel aus.
Den Knochen, den ich jüngst versteckt,
schon längst grub ich ihn aus.

Die Kette, die schon oft geflickt,
sie reibt den Hals mir bloss.
Sie reicht nur noch ein kurzes Stück
Und nie werd ich sie los.

Was Freiheit ist, das lernt ich nie,
doch weiß ich, ich bin treu.
So lieg ich hier, wart auf den Tod,
denn dieser macht mich frei.

Des Pferdes Bitte

Bergauf – schlag mich nicht.
Bergab – treib mich nicht.
Auf ebenem Wege – hetz mich nicht.
Lass frei mich im Stalle – vergiss es nicht.

Heu und Hafer – versag mir nicht.
Mit Schwamm und Bürste – versäume mich nicht.
Weiches, trockenes Lager – entzieh mir nicht.
Bin ich matt oder heiß – übersieh es nicht.

Bin ich krank oder kalt – lass frieren mich nicht.
An Gebiss und Bügeln – reiß mich nicht.
Bist du zornig – so schlag mich nicht.

Die Verstoßene!

Nur eine Katze! – „Genug sind im Haus,
man kann doch nicht alle sie hegen!“

Die kleine Schwarze man stieß sie hinaus,
hinaus in die Nacht und den Regen.

Gar viele kamen des Weges entlang.
Wird keiner sich ihrer erbarmen?
„Nur eine Katze!“ Im Sturme verklang
das klägliche Winseln der Armen.

Nach vielen Tagen der Regen schwand;
Die Sonne sah strahlend hernieder.
Nur eine Katze – sie war`s, die man fand,
im Tode gestrecket die Glieder.

Du armes Geschöpf an Qualen so reich,
warum nur verhallte dein Flehen?
Dein Leiden, dein Schmerz war dem unsern so gleich;
und doch wollt dich niemand verstehen

 Verfasser unbekannt ( aus dem Tierschutzkalender 1913)

Ein Herz für Tiere!

Leute gibt´s die Tiere tragen,
doch als Mantel nur und Kragen.

Warm zwar auch, doch mausetot.
Streicheln gern mit stolzer Miene
Luchse, Nerze, Hermeline
Silberfuchs und Ozelot.

Wieder andere dagegen,
streicheln Tiere die noch leben,
retten gar, wenn sie in Not sind.
Tragen stumm sie auf den Armen,
an der Brust, der menschlich warmen,
dankerfüllt, dass sie nicht tot sind.

Wem gebürt wohl, meine Damen,
hier der Orden des Humanen,
etwa einer Frau mit Nerz?
Oder der, die an der Stelle
Edleres noch trägt als Felle,
nämlich Herz?

Hund und Katze!

Miezel, eine schlaue Katze
Molly, ein begabter Hund,
wohnhaft an dem selben Platze,
hassten sich aus Herzensgrund.

Schon beim Ausdruck ihrer Mienen,
bei gesträubter Haarfrisur,
zeigt es deutlich: Zwischen ihnen
ist von Liebe keine Spur.

Und wenn Miezel in dem Baume,
wo sie meistens hin entwich,
friedlich dasitzt, wie im Traume,
dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.

Einst zur Jagd ging Miezel wieder
auf das Feld. Da geht es bumm.
Der Herr Förster schoss sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um!

Oh, wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen
und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurz entschlossen
zu der eignen Lagerstatt,
wo sie nunmehr fünf Genossen
an der Brust zu Gaste hat.

Mensch mit traurigem Gesichte,
sprich nicht nur von Leid und Streit.
Selbst in Brehms Naturgeschichte
findet sich Barmherzigkeit.

Wilhelm Busch

IMMER DIE GLEICHEN!

Wer hilft, wenn Not am Manne ist,
Termine an den Nerven frißt,
um große Ziele zu erreichen?
Immer die Gleichen, immer die Gleichen.

Wer baut beim Feste auf und ab,
wem ist die Zeit niemals zu knapp,
auch Wände einmal anzustreichen?
Immer die Gleichen, immer die Gleichen.

Wer macht den Dienst in unserm Heim,
vom früh bis in die Nacht hinein,
um müde dann nach Haus zu schleichen?
Immer die Gleichen, immer die Gleichen.

Wer macht sich an der Theke breit,
reißt`s Schlappmaul auf, so groß und breit,
wenn man sie braucht, nie zu erreichen?
Immer die Gleichen, immer die Gleichen.

Dabei könnt vieles leichter gehn,
ließ sich des öfters mancher sehn,
damit nicht so wie ich es find:
Die Gleichen auch die Dummen sind!